Nützliche Informationen

AinoAid™ möchte Informationen zu Gewalt zur Verfügung stellen und Ihnen Beratung und Hilfe anbieten.


Wenn Sie Gewalt erleben, möchte AinoAid™ Ihnen helfen, Ihre Situation besser einzuschätzen.

Einige nützliche Begriffe und Definitionen

Opfer

Nach dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt wird eine natürliche Person als „Opfer“ bezeichnet, die häusliche Gewalt oder geschlechtsspezifische Gewalt erfährt. (siehe Artikel 3)


In der Kriminologie ist ein Opfer definiert als die geschädigte Person im Verlaufe eines Verbrechens. Die Person wird in ihren Rechten verletzt. Die Verletzung kann verschiedenster Art sein: körperliche Verletzung, Beleidigung, Sachbeschädigung etc..

Betroffene

Betroffene sind Personen, die Gewalt erfahren haben oder noch erfahren. Im Gegensatz zu dem Begriff „Opfer“ soll zum Ausdruck kommen, dass die Person ein aktives Subjekt und nicht Objekt der Gewalt ist.

Überlebende

Personen, die Gewalt erlebt und überlebt haben. Eine Person kann dies aufgrund der gemachten Erfahrungen über sich selbst sagen oder von anderen so genannt werden. Im Kontext von (häuslicher) Gewalt gegen Frauen wird oft der Begriff “Überlebende” statt “Opfer” benutzt. Ähnlich wie “Betroffene” soll dieser Begriff unterstreichen, dass die Frauen, die Gewalt erlebt haben, dadurch nicht in einer passiven „Opfer“-Rolle sind sondern weiterhin aktiv handeln und den eigenen Schutz ermöglichen können.

Täter*in

Eine Person, die eine schädliche oder illegale Handlung begeht, verletzt in der Regel die Rechte, das Wohlergehen oder die Sicherheit anderer. Im Zusammenhang mit Missbrauch oder häuslicher Gewalt ist ein Täter eine Person, die Handlungen vornimmt, die einer anderen Person Schaden zufügen, sie zwingen oder einschüchtern, häufig innerhalb einer Beziehung. Der Begriff wird üblicherweise im Zusammenhang mit kriminellem oder schädlichem Verhalten verwendet und umfasst eine Reihe von Handlungen, die von zwischenmenschlichen Straftaten bis hin zu systematischem oder organisiertem Fehlverhalten reichen.

Missbraucher*in

Eine Person, die ein Verhaltensmuster an den Tag legt, das darin besteht, eine andere Person zu misshandeln, zu schädigen oder auszubeuten. Im Zusammenhang mit zwischenmenschlichen Beziehungen kann Missbrauch verschiedene Formen annehmen, z. B. körperlichen, emotionalen, verbalen, psychologischen oder finanziellen Missbrauch. Der Begriff "Missbraucher" wird üblicherweise verwendet, um jemanden zu beschreiben, der Kontrolle, Macht oder Dominanz über eine andere Person ausübt und dem Opfer oft körperliches, emotionales oder geistiges Leid zufügt. Das Erkennen und Ansprechen von missbräuchlichem Verhalten ist entscheidend für das künftige Wohlbefinden und die Sicherheit der Betroffenen.

Traumatisch

Bezieht sich auf Erlebnisse oder Ereignisse, die intensiven körperlichen oder emotionalen Stress verursachen, die Bewältigungsmechanismen einer Person überfordern und möglicherweise dauerhafte psychologische Auswirkungen haben.

Psychisches Trauma

Ein psychisches Trauma ist eine emotionale Reaktion, die durch schwerwiegende belastende Ereignisse hervorgerufen wird, die außerhalb des normalen menschlichen Erfahrungshorizonts liegen und oft die Fähigkeit des Einzelnen überfordern, damit umzugehen. Es kann zu dauerhaften Auswirkungen führen, die die psychische Gesundheit und das tägliche Funktionieren beeinträchtigen.

Häusliche Gewalt

Ein Muster von missbräuchlichen Verhaltensweisen, körperlichem, emotionalem oder sexuellem Missbrauch, Zwangskontrolle oder Drohungen. Gewalt wird eingesetzt, um die Kontrolle über eine*n Intimpartner*in oder ein Familienmitglied zu erlangen, wodurch Angst und Schaden entstehen und ein Kreislauf von Macht und Dominanz entsteht.


Häusliche Gewalt wird in der Regel als Begriff für Gewalt zwischen Familienmitgliedern und für Gewalt in aktuellen oder ehemaligen Paarbeziehungen verwendet, unabhängig davon, ob sie in einem Haushalt leben.

Gewalt in Paarbeziehungen

Es handelt sich um Gewalt, die in einer aktuellen oder früheren Beziehung, einer Ehe oder eingetragenen Partnerschaft auftritt. Gewalt kann psychische, physische, finanzielle, digitale, sexuelle Gewalt, Verfolgung, Zwangskontrolle oder Drohungen sein. Gewalt erzeugt Angst und fügt der betroffenen Person und seinen Angehörigen schweren Schaden zu.


„Dating violence“ wird oft in Bezug auf junge Menschen verwendet, die intime Beziehungen von unterschiedlicher Dauer und Intensität führen und nicht zusammenleben.

Geschlechtsspezifische Gewalt

Geschlechtsspezifische Gewalt bezieht sich auf schädliche Handlungen, die sich gegen Personen aufgrund ihres Geschlechts richten und häufig auf ungleichen Machtverhältnissen beruhen. Sie umfasst körperlichen, sexuellen und emotionalen Missbrauch, Nötigung oder Kontrolle, setzt Diskriminierung fort und stellt eine erhebliche Bedrohung für das Wohlergehen der Betroffenen dar.


Im Sinne des Übereinkommens des Europarats vom 11. Mai 2011 zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) bezeichnet der Begriff „geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen“ Gewalt, die gegen eine Frau gerichtet ist, weil sie eine Frau ist, oder die Frauen unverhältnismäßig stark betrifft. (siehe Artikel 3)

Sprechen Sie über Ihre Situation


Die Gespräche und Informationen in AinoAid™ wurden gemeinsam mit Fachleuten und Überlebenden Gewalt entwickelt. Die meisten Betroffenen haben es als hilfreich empfunden, mit Fachleuten zu sprechen, die zuhören, verstehen wollen und ihre Anliegen unterstützen ohne einen Handlungsdruck zu erzeugen.


Hilfseinrichtungen finden Sie auf der Seite "Kontakt".


Sich dem Chatbot zu öffnen und sich Informationen aus der Datenbank zu holen, kann Ihnen den Einstieg bei der Hilfesuche erleichtern. Wir sind zuversichtlich, dass Sie etwas finden werden, das Sie in Ihrer Situation nutzen können, um Ideen oder weitere Schritte zu entwickeln.


Wir möchten Sie aber auch gerne dazu ermutigen, nicht nur alleine für sich zu grübeln oder zu lesen, sondern auch mit anderen über Ihre Situation zu sprechen. Es gibt Wege aus der Gewalt.

Notausgang
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