Geschlechtsspezifische Gewalt

Geschlechtsspezifische Gewalt, auch als GBV (Gender-based Violence) bezeichnet, ist jede Form von Gewalt oder Schaden, die einer Person aufgrund ihres Geschlechts zugefügt wird. Häufig wird auch der Begriff Gewalt gegen Frauen verwendet. Gewalt gegen Frauen bedeutet, dass Frauen und Mädchen gezielt angegriffen werden, weil sie weiblich sind. Auch trans- und nicht-binäre Personen sind von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. GBV entsteht aus:

  • struktureller Ungleichheit zwischen den Geschlechtern,
  • Diskriminierung,
  • und den ungleichen Machtverhältnissen, die in unseren Gesellschaften weiterhin bestehen.


Im weltweiten Durchschnitt wird alle 11 Minuten eine Frau oder ein Mädchen von ihrem Intimpartner oder einem Familienmitglied getötet. Obwohl Jungen und Männer weltweit in den Tötungsstatistiken als Opfer deutlich überrepräsentiert sind, geschehen diese Tötungen meist im öffentlichen Raum und werden von Personen außerhalb der Familie verübt.


In den meisten Fällen ist eine Tötung durch ein Familienmitglied eine Fortsetzung und Eskalation früherer häuslicher Gewalt und stellt den schlimmsten Ausgang dar. Gewalt umfasst verschiedene Formen, wie körperliche Gewalt, psychische oder emotionale Gewalt, sexuelle Gewalt, wirtschaftliche Gewalt, digitale Gewalt, religiöse oder spirituelle Gewalt, sogenannte „Ehren“-Gewalt, disziplinarische Gewalt, Stalking, Misshandlung und Vernachlässigung. Gewalt gegen Frauen kann beispielsweise auch Zwangsabtreibung, Zwangsschwangerschaft, Zwangsheirat, Jungfräulichkeitstests und weibliche Genitalverstümmelung (FGM) umfassen.


Frauen und Mädchen sind auch in den Statistiken zum Menschenhandel überrepräsentiert. Die Begriffe geschlechtsbezogene Tötung, Femizid oder Feminzid umfassen auch gezielte Tötungen von Frauen, die von Personen verübt werden, die keine Familienmitglieder sind.

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