Traumatisierung und PTBS

PTBS steht für posttraumatische Belastungsstörung. Das bedeutet, dass der Körper nach einem traumatischen Erlebnis, also einem Moment sehr intensiver Bedrohung, nicht mehr zur Ruhe kommt. Die Anzeichen dafür sind unterschiedlich ausgeprägt: einige Betroffene können anhaltende Symptome aufweisen, während andere symptomfrei bleiben. Es ist auch möglich, dass sich Symptome erst Jahre nach dem traumatischen Erlebnis zeigen. In einigen Fällen können sich PTBS-Symptome zu psychiatrischen Erkrankungen entwickeln, die zu dauerhaften Persönlichkeitsveränderungen und möglichen Einschränkungen im Alltag führen.

Diese Auswirkungen treten sowohl bei häuslicher Gewalt als auch beim Menschenhandel auf, besonders bei langfristigen oder wiederholten Traumatisierungen.

Trauma

Das Wort "Trauma" bezieht sich auf seelische Wunden oder Verletzungen, die durch Erlebnisse verursacht werden, z. B. durch den plötzlichen Tod einer nahestehenden Person, schwere Verletzungen oder die Androhung von solchen Ereignissen.

Trauma durch häusliche Gewalt

Bei Gewalt in der Partnerschaft findet ein zusätzlicher Vertrauensbruch statt, da von der gewalttätigen Person eigentlich erwartet wird, dass sie Fürsorge und Sicherheit bietet.

Häusliche Gewalt kann aufgrund der Bedrohung der körperlichen Sicherheit, intensiver Angst, Fehlen von Kontrolle und erdrückenden Situationen zu einem psychologischen Trauma führen. Die eigene Belastung kann dadurch zunehmen, dass wegen der nicht endenden Gewalterfahrungen in der Partnerschaft immer mehr schwer erträgliche Momente zusammenkommen.

Dadurch werden die Auswirkungen der Gewalt auf die betroffenen Personen immer stärker. Die Betroffenen beschreiben oft einen Kreislauf der Gewalt, in dem sie einem Vorfall nach dem anderen ausgesetzt sind: "Ich hatte noch nicht einmal das letzte Gewaltereignis überlebt, als schon das nächste kam.“

Trauma im Menschenhandel

Traumata im Menschenhandel werden oft durch langfristige Ausbeutung, Freiheitsentzug und wiederholte Gewalt oder Drohungen intensiviert. Opfer erleben ständige Angst, Abhängigkeit und Isolation, wodurch die psychische Schädigung verstärkt wird.

Traumata in Menschenhandel-Situationen sind ebenfalls kumulativ und kontinuierlich. Wiederholte Misshandlungen ohne Erholungsmöglichkeit können zu komplexem Trauma und langfristigen psychischen Folgen führen.

#### Depression

Viele Menschen, die lange Zeit in gewalttätigen Beziehungen gelebt haben, entwickeln Depressionen.

Häusliche Gewalt kann Depressionen verursachen

Depressive Menschen verinnerlichen die negativen Botschaften, die sie immer wieder von ihren gewalttätigen Partner:innen erhalten haben: Du bist schlecht, wertlos, niemand kann dich lieben, du bist nicht gut genug usw., was die Überzeugung verstärkt, nicht wertvoll, nicht liebenswert zu sein oder nicht zu genügen. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist es wichtig, professionelle Gesprächsangebote (zum Beispiel in einer Beratung) oder therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Langanhaltender Missbrauch in Situationen des Menschenhandels kann Depressionen verursachen

Opfer entwickeln ebenfalls Depressionen durch anhaltenden Missbrauch, Ausbeutung und Kontrollverlust. Sie internalisieren Botschaften der Täter:innen, einschließlich Manipulation, Drohungen und Entmenschlichung, was Gefühle der Wertlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Identitätslosigkeit verstärkt.

Physiologische Reaktionen auf Trauma

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es von entscheidender Bedeutung ist, die tiefgreifenden Auswirkungen von Traumata infolge von Gewalt in Paarbeziehungen zu verstehen. Das Erkennen der Anzeichen eines Traumas und seiner möglichen Langzeitfolgen befähigt uns, aktiv zu handeln.

Mit Hilfe von Aufklärung, Sensibilisierung und Frühinterventionsprogramme sollte die Prävention von Partnerschaftsgewalt oberste Priorität haben. Die Bereitstellung von sicheren Räumen und Unterstützungsnetzen für Betroffene ist von entscheidender Bedeutung. Psychosoziale Dienste und Beratungsangebote sollten besser verbreitet werden, damit Betroffenen heilen und ihr Leben wieder aufzubauen können.