Psychische Gewalt bei häuslicher Gewalt

Psychische Gewalt (auch psychologische Gewalt genannt) ist bei allen Formen von Gewalt vorhanden und kann schwer zu erkennen sein. Psychische Gewalt kann die einzige Form von Gewalt in einer engen Beziehung oder mit anderen Formen von Gewalt kombiniert sein. Das Erkennen psychischer Gewalt ist schwierig, da sich eine gewalttätige Person in der Gesellschaft von Freund*innen und Bekannten freundlich und höflich verhalten kann, sich jedoch völlig verändert, wenn keine Außenstehenden anwesend sind.

Eine häufige Form psychischer Gewalt besteht darin, den Partner oder die Partnerin daran zu hindern, Verwandte und Freund*innen zu treffen. Es handelt sich um psychische Gewalt, wenn der Partner oder die Partnerin entmutigt und ihm/ihr fälschlicherweise die Schuld gegeben wird. Psychische Gewalt kann in der Regel das Anschreien, Beleidigen, Beschuldigen, Drohen, Erniedrigen, Kontrollieren, Isolieren, eifersüchtiges oder aggressives Verhalten, das Werfen/Zerbrechen von Gegenständen, das Beschränken des Zugangs, das Erteilen von Rechten und die Einschränkung des sozialen Lebens des Partners oder der Partnerin umfassen.

Begriffe im Zusammenhang mit psychischer Gewalt

Auswirkungen auf das Wohlbefinden

Psychische Gewalt kann schwerwiegende und lang anhaltende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, das Wohlbefinden und zukünftige Beziehungen haben und sogar über mehrere Generationen durch Kinder, die dieser ausgesetzt waren, übertragen werden. Darüber hinaus besteht für Kinder, die Gewalt ausgesetzt sind, ein hohes Risiko, im Erwachsenenalter traumatisiert, schikaniert oder selbst zu Tätern oder Täterinnen zu werden.

Solche schlimmen Probleme wie häusliche Gewalt und insbesondere psychische Gewalt, die lange unerkannt bleiben können, erfordern bewusste Maßnahmen, um den oder die Betroffene und Täter oder Täterin dabei zu unterstützen, Maßnahmen zu ergreifen und ihren Heilungsweg zu beginnen.

Die Herausforderung besteht darin, dass psychische Gewalt oft in kleinen Momenthandlungen stattfindet und schwer zu erkennen ist. Oft übernehmen die Täter oder Täterinnen die Position eines Betreuers bzw. einer Betreuerin in der Beziehung und werten die Erfahrungen des oder der Betroffenen ab. Diese Scham und die Angst, nicht ernst genommen zu werden, hindern den oder die Betroffene daran, Anzeige zu erstatten oder Hilfe zu suchen.